Hotline +49 (0) 2137 9379100
Versandkostenfrei innerhalb Deutschlands ab 29 €
Mein Warenkorb0,00 €

Product was successfully added to your shopping cart.

Was ist der Welt Fair Trade Tag? 

Am 13. Mai feiert Dr. Bronner’s zusammen mit seinem Netzwerk aus Distributoren und Partnern den World Fair Trade Day in über 11 Ländern auf der ganzen Welt. Dazu zählen Australien, England, Deutschland, Hong Kong, Irland, Israel, Japan, Korea, Mexico, Singapore, Schweiz, Taiwan und die USA.

Wir zeigen Dir die Kleinbauern und Produzenten als Herzstück der Fair Trade Bewegung und welchen Beitrag sie leisten für gesunde und nachhaltige Gemeinschaften auf der Welt.

Wir alle können etwas Positives bewirken durch den Kauf von Fair Trade Produkten!

Hier die Infobroschüre laden: WFTD-FairTrade.pdf

 
 

Fair Trade bei Dr. Bronner’s

Fairer Handel – man könnte meinen, es ginge dabei nur um die Bereitschaft, Kleinbauern faire Preise für Rohstoffe zu zahlen. Uns bei Dr. Bronner’s begleitet die Idee der Fairness jedoch bei jeder unternehmerischen Entscheidung. Wir glauben, dass alle Menschen gleich sind und füreinander sowie für eine bessere Welt einstehen müssen. „We are All-One - or None!“ Große Worte, denen wir täglich Taten folgen lassen. Die landwirtschaftlichen Projekte, die wir selbst und mit Partnerfirmen weltweit für unsere Rohstoffversorgung aufgebaut haben, gehen weit über traditionelle Wohltätigkeit hinaus. Stattdessen bauen und unterhalten wir direkte, stabile, persönliche und überprüfbare Partnerschaften mit Kleinbauern, Mitarbeitern und ihren Gemeinden. Die Überprüfung und Zertifizierung unserer Arbeit unter dem Fair for Life Programm gibt unserer Arbeit Transparenz. Unsere Mitgliedschaft in der World Fair Trade Organization (WFTO), d.h. der Internationalen Dachverband für Organisationen des Fairen Handelns, belegt unser Engagement für den fairen Handel.

Inzwischen stammen unsere wichtigsten und ein Teil der mengenmäßig weniger wichtigen Rohstoffe aus fairem Handel. Darüber hinaus arbeiten wir mit anderen Firmen in der EU und den USA zusammen, die dem fairen Handel verpflichtet sind. Wir koordinieren Vermarktungskampagnen, unterstützen in dem Bereich aktive NGOs und werden in den kommenden Jahren weitere Fair Trade Projekte aufbauen, die zur Versorgung von Dr. Bronner’s und gleichgesinnter Firmen mit Rohstoffen beitragen.

Fair Trade, das bedeutet, an infrastrukturell schwachen Orten landwirtschaftliche Projekte mit Rohstoffverarbeitung aufzubauen, die sich in der Folge eigenständig unter lokalem Management entwickeln können. Neben fairer und respektvoller Zusammenarbeit mit Bauern und Mitarbeitern ist bei uns die „Fair Trade Prämie“ ein zentrales Element. Dafür zahlen Dr. Bronner's und andere Kunden unserer Projekte in einen "Fair Trade Fond" ein. Die Prämie wird für eine Vielzahl von Sozialprojekten eingesetzt. Die Entscheidung über ihre Verwendung treffen Vertreter von Bauern, Land- und Fabrikarbeitern gemeinsam mit der Unternehmensführung. Bei der Projektumsetzung arbeiten die Begünstigten häufig mit.

„We are All-One“ – dies betrifft für uns nicht nur den Menschen, sondern auch Tier und Natur. Dass inzwischen über 90% unserer pflanzlichen Rohstoffe aus Biolandbau stammen zeigt, dass wir dies ernst meinen. Unsere Produkte sind mit dem deutschen BDIH- und dem NATRUE-Siegel ausgezeichnet und enthalten nur Zusatzstoffe und Prozesshilfsmittel, die nach der US-Bioverordnung NOP erlaubt sind.

 

Bio Kokosöl aus Sri Lanka

Kokosöl ist der wichtigste Bestandteil unserer Seifen. Es verleiht ihnen den samtigen Schaum. Als wir 2005 den Umstieg auf Rohstoffe aus Bioproduktion und fairem Handel beschlossen haben, war es selbstverständlich, dass das Kokosöl Priorität hatte. Allerdings gab es damals kein faires Kokosöl auf dem Markt. Frei nach einem unserer Leitsprüche „If you change nothing, nothing will change“ hat Dr. Bronner’s die Produktion selbst in die Hand genommen und das Serendipol Projekt in Sri Lanka aus der Taufe gehoben. Der Name des Projektes kombiniert den alten arabischen Namen für Sri Lanka – „Serendib“ – mit dem singhalesischen Wort für Kokosnuss – „pol“. Serendipity bedeutet aber auch „glücklicher Zufall“ und der hat uns bei allen unseren Projekten geholfen. Unterdessen ist Serendipol die weltweit führende Quelle für zertifiziertes Bio- und Fair Trade Virgin Coconut Oil (VCO). Sie liefert Dr. Bronner’s einen Teil des Kokosölbedarfs für die Seifen und, seit 2011, auch VCO (Virgin Coconut Oil) für Dr. Bronner’s Food-Bereich. Außerdem versorgen wir auch andere sozial verantwortlich handelnde Unternehmen in den USA und der EU, wie z.B. die deutsche Firma Rapunzel mit Kokosöl.

Wir halten das für eine reife Leistung, wenn man bedenkt, dass alles im Jahr 2007 mit der Übernahme einer heruntergekommenen Kokosnussmühle, mitten im „Coconut Triangle“, begann. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern Sonali Pandithasekera, Gordon de Silva und deutschen Freunden sanierten wir den Betrieb und erweiterten ihn um eine Kokosnussaufbereitungsanlage.

Parallel dazu begannen Serendipols Landwirtschaftsingenieure mit der Schulung umliegender Familienfarmen im Bioanbau. Diese Farmen haben eine typische Größe von 5-10 Hektar. Inzwischen beliefern uns mehr als 1.200 Biobauern mit einer Gesamtanbaufläche von fast 10.000 Hektar. Wir lernten schnell, dass viele Bauern aufgrund niedriger Nusspreise ihre Böden vernachlässigt hatten. Also initiierte Serendipol ein Programm zur Bodenwartung: unsere eigene Kompostierungsanlage, mithilfe der deutschen GIZ aufgebaut, liefert seit 2011 Biokompost und unsere Mitarbeiter schulen die Bauern im Einsatz von Mulchen, dem Anbau von Zwischenfrüchten, biologischen Methoden zur Schädlingsbekämpfung und artgerechter Tierhaltung. Diese Maßnahmen erhöhen schrittweise den Kokosnussertrag um etwa 30-50%. Nach anfänglicher Skepsis bei den Bauern war es jedoch nicht nur der höhere Ertrag durch den Bioanbau, sondern auch die fairen Nusspreise, prompte Bezahlungen, verlässliche Beziehungen, Schulungen im Biolandbau, der Aufbau von langfristigen Beziehungen und nicht zuletzt die Fair Trade Prämie, die unsere Vertragsbauern überzeugten.

Kokosnussölproduktion – fair und nachhaltig

Mit inzwischen über 250 Mitarbeitern ist Serendipol schnell zum größten landwirtschaftlichen Arbeitgeber in der Umgebung avanciert. Die meisten unserer Mitarbeiter leben in einem Umkreis von drei Kilometern von der Fabrik entfernt. Ihr Einkommen liegt deutlich über den gesetzlichen Mindestlöhnen und die Arbeitsbedingungen sind vorbildlich. Uns ist ein vitaler Dialog der Mitarbeiter mit dem Management wichtig, der allen die Möglichkeit gibt, sich konstruktiv in das Betriebsgeschehen einzubinden. Dies schafft eine Arbeitsatmosphäre, die Arbeiter und Fachleute aus der Umgebung anzieht.

Unsere Anlage ermöglicht eine vollständige Verwertung aller Prozessnebenprodukte und Abfälle: die Schalen werden für die Herstellung von Kokosfaser und -torf verkauft, die Kokosnussschalen werden z.T. für die Dampferzeugung in unserer Produktion eingesetzt, der Überschuss wird an Produzenten von Holzkohle und Aktivkohle verkauft. Der Kokospresskuchen ist in Futtermischungen für Geflügel beliebt, und das Kokoswasser wird z.T. in der Getränkeherstellung und, nach Behandlung, zur Bewässerung und Grundwasserneubildung eingesetzt. Interessanterweise waren die Märkte für die vollständige Verarbeitung unseres Rohstoffs bereits gut etabliert, bevor wir mit unserer Arbeit begannen. Wir mussten den Verkauf der Nebenprodukte nur noch organisieren. Die vollständige Nutzung aller Nebenprodukte ist der Traum einer ökologisch wirtschaftenden Firma – und für uns ein Grund, warum wir Sri Lanka als Standort ausgewählt haben.

Die „Fair-Trade-Prämie“ – unser Werkzeug für das Gemeinwohl

Der Preis, den Dr. Bronner‘s und andere Kunden für das VCO bezahlen, beinhaltet eine Prämie von 10 Prozent, berechnet auf den Preis der eingesetzten Kokosnüsse und der entsprechenden Arbeitslöhne. Diese fließt in einen Fair Trade-Fond, inzwischen sind es etwa 250.000 Dollar pro Jahr. Ein Gremium aus Vertretern der Bauern, Landarbeiter, Fabrikarbeiter und der Unternehmensführung entscheidet, wie diese Prämie eingesetzt wird. Bis Mitte 2015 hat der Fond über 600 Projekte finanziert, etwa die Beschaffung von medizinischen Geräten für eine Vielzahl lokaler Krankenhäuser und die Versorgung von Schulen mit sanitären Einrichtungen. Serendipols Mitarbeiter haben eine zweckgebundene Förderung erhalten, mit der sie ihre Häuser modernisieren konnten. Unterdessen erweitert sich der Aktionsradius des Fonds, sodass der Ausschuss jetzt die Aufgabe der Förderung benachteiligter ländlicher Gemeinden, oft Landarbeiter ohne politischen Einfluss, wahrnimmt. Beispiele sind der Anschluss abgelegener Orte an die Stromversorgung, der Neubau von Brücken und die Reinigung von inzwischen zugewachsenen Bewässerungsseen für Reisbauern. Neben der Steigerung der Lebensqualität ermöglicht man so die Emanzipation der Gemeinden, denn sie behalten den Betrieb und die Administration der Systeme in eigener Hand.

Inzwischen wird Serendipols ökonomischer, ökologischer und sozialer Erfolg auch vom “trade establishment” in Sri Lanka anerkannt. So haben wir bereits mehrmals den „NCE Export Gold Award“ in der Kategorie Mehrwertschöpfung der Landwirtschaft erhalten und sind als Experte für nachhaltige und verantwortliche Produktion anerkannt. Nicht schlecht für die sri-lankische Schwesterfirma eines aktivistischen Seifenherstellers meinen wir. Was für eine großartige Leistung!

Weltweite Kooperationen

Serendipol ist auch zum Kern unseres Konzepts für die Zusammenarbeit mit unseren Rohstoffversorgern geworden. Von Anfang an war es uns wichtig, dass sich die Mitarbeiter zwischen Sri Lanka und unseren anderen Projekten in Ghana, Indien und Kenia zur Schulung in Buchführung, Biolandwirtschaft und Ölproduktion austauschen. Damit möchten wir unter anderem den produktiven und herzlichen interkulturellen Austausch zwischen Menschen fördern, die sich sonst nie treffen würden – obwohl sie viel zu teilen haben.

Der entschlossene Einsatz von sachverständigen Freunden aus Europa gab Serendipol seine Erscheinung und sein Herz. Das Anlagenkonzept des Kölner Architekturbüros „Wansleben Architekten“ kombiniert Funktionalität und Ästhetik. Die Erstkonzeption und die technische Umsetzung der Ölpressen verdanken wir Markus Gröber, einem Biobauern und Ölmüller aus der Gascogne und Bernd Frank, der Pionier des deutschen Nutzhanfanbaus. Er hat uns mit seiner praktischen Vielseitigkeit immer wieder bei der Planung und Engpassbeseitigung geholfen.

 
 

Bio Palmöl aus Ghana

Der zweitwichtigste Bestandteil unserer Stückseife ist das Palmöl. Es gibt ihr die feste Konsistenz und bewahrt sie davor zu schnell weich zu werden und sich aufzulösen. Aufgrund des hohen Flächenertrages von Ölpalmen, der entsprechend niedrigen Produktionskosten von Palmöl und seiner technischen Vielseitigkeit ist es inzwischen weltweit zum wichtigsten Pflanzenöl geworden, mit Einsatz in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie und der Produktion von Biokraftstoffen. Jedoch findet die industrielle Produktion von Palmöl meist unter ökologisch und sozial schädlichen Bedingungen auf großen Plantagen statt und ist zunehmend ins Kreuzfeuer von Medien und Umweltgruppen geraten. Es war uns ein besonderes Anliegen zu demonstrieren, dass die Palmölgewinnung auch anders möglich ist, etwa durch die gezielte Unterstützung kleiner Produzenten, durch die Förderung des Bioanbaus und durch unser besonderes Verständnis von Fair Trade.

Den Wechsel zu Bio-Palmöl haben wir im Jahr 2004 vorgenommen. Jedoch hatten wir nicht die erwünschte Transparenz und Kontrolle über die sozialen und ökologischen Auswirkungen unseres Palmöls. So starteten wir im Jahr 2007 unser eigenes Bio- und Fair Trade Palmölprojekt in Ghana. Dieses deckt inzwischen unseren gesamten Palmölbedarf ab und beliefert außerdem eine wachsende Zahl von Unternehmen, die unsere Vision teilen, wie z.B. die deutschen Firmen Rapunzel und GEPA.

Das Projekt wird von unserer ghanaischen Tochtergesellschaft Serendipalm Co. Ltd betrieben. Wir kaufen Palmfrüchte von über 500 kleinen Familienbetrieben in Ghanas „Eastern Region“, nahe der Stadt Asuom. Die Felder haben eine Durchschnittsgröße von 2-3 Hektar und sind umgeben von Feldern mit Kakao, Zitrusfrüchten und Kakao. Dies erlaubt Artenvielfalt und vermeidet Monokulturen. Es gibt keine Rodungen für neue Anbauflächen – und keine Vertreibung von Primaten oder Gemeinden. Stattdessen versorgt

Serendipalm die Bauern mit Setzlingen von produktiven, angepasste Sorten, die höhere Erträge auf gleicher Fläche erzielen. Sie erhalten faire Preise für die Palmfrüchte, Schulungen zum ökologischen Landbau und werden mit den Bio-Rückständen aus der Produktion  versorgt, die sie als Dünger verwenden können. All dies erhöht die Fruchtbarkeit des Bodens und damit die Produktivität und Profitabilität ihrer Betriebe. Unsere Ölmühle beschäftigt inzwischen mehr als 250 Mitarbeiter, in erster Linie ungelernte Frauen. Sie profitieren von Arbeitsbedingungen, einer Vergütung und Sozialleistungen, die in dieser Branche selten sind – insbesondere in einer Region, die seiner wachsenden ländlichen Bevölkerung nur wenige verlässliche Arbeitsplätze zu bieten hat. Das Projekt wird durch ein Team von jungen Fachleuten geleitet: Agraringenieuren, Buchhaltern, Ingenieuren, die aus der Stadt kommen, aber Asuom zu ihrer Heimat gemacht haben. Das Dr. Bronner’s Special Operations Team unterstützt den Betrieb tatkräftig in allen Bereichen und ist regelmäßig vor Ort.

Auch dieses Projekt setzt die Fair Trade Prämie gezielt für wichtige kommunale Entwicklungsprojekte ein: mehrere Tiefbrunnen für die Versorgung mit sauberem Wasser, dem Aufbau eines Geburtenstation im lokalen Krankenhaus, den Neubau einer offenen Markthalle und öffentlichen Sanitäranlagen. Zunehmend arbeitet Serendipalm mit lokalen Jugendgruppen, denen sie Materialien zur Verbesserung ihres Lebensumfeld zur Verfügung stellen, etwa zum Streichen ihrer Schulen oder zur Reparatur von Straßenbeleuchtung und Straßengräben. Diese Fair Trade-Projekte, die von einem Ausschuss nach einem komplexen Verfahren ausgewählt werden, sind eine große Chance für eine gezielte und selbstständige Entwicklung der Gemeinden, für die es sonst keine Mittel gäbe.

Nach zehn Jahren Aufbau und Entwicklungsarbeit ist Serendipalm heute weltweit ein respektiertes Beispiel für die ländliche Entwicklung durch fairen Handel. Und da viele unserer Palmbauern auch Kakao anbauen, vollziehen mehrere hundert von ihnen inzwischen die Umstellung auf Bio-Kakao. Das erlaubt uns, das Projekt und seinen Einfluss in den kommenden Jahren wachsen zu lassen.

 
 

Bio Olivenöl aus Israel & Palestina

Olivenöl verleiht unseren Seifen samtige Glätte und ist damit wesentlicher Bestandteil unserer Produkte.

Aufgrund der Familiengeschichte von Dr. Bronner´s lag es uns am Herzen, unser Olivenöl von einer sozial engagierten Quelle im „Heiligen Land“ zu beziehen. Seit 2006 arbeiten wir mit Canaan Fair Trade, einem von Palästinensern gegründeten Projekt zur Herstellung von fair gehandeltem Olivenöl zusammen. Die Firma hat ihr Hauptquartier in der Nähe von Jenin im Westjordanland, arbeitet eng mit der Palestine Fair Trade Association (PFTA) zusammen und kauft inzwischen Öl von 1.350 Kleinbauern in der Gegend um Jenin im Westjordanland. Fast alle Bauern produzieren neben Olivenöl noch weitere landwirtschaftliche Produkte, wie zum Beispiel Tomaten, Weizen, Mandeln, Basilikum und Zitronen. Seit 2007 beziehen wir über 90 Prozent unseres Olivenöls von Canaan. Das Projekt sieht es als seine Aufgabe, palästinensischen Kleinbauern durch einen profitableren Olivenanbau eine Zukunft zu bieten und sich in anderen sozialen und kulturellen Bereichen zu engagieren. Canaan hofft, durch die wirtschaftliche Stärkung langfristig die Grundlage für eine friedliche Koexistenz mit Israel zu schaffen.

Zunächst unterstützte Dr. Bronner’s das Projekt bei der Finanzierung der Bio- und Fair Trade Zertifizierung durch IMO. Dies erlaubte Canaan Zugang zu High-End-Märkten in Europa und den USA. Unsere Zusammenarbeit bei Förderprojekten ermöglichte Canaan mit der Zeit, in Ölpressen, Lagertanks und eine Abfüllanlage zu investieren.

Heute ist Canaan der wichtigste Exporteur von palästinensischem Olivenöl und investiert zudem in die Produktion von anderen Produkten: getrocknete Tomaten, Couscous, Brotaufstriche, Mandeln und Freekeh, einem über Feuer geröstetem grünem Weizen – mit dem Ziel, der lokalen Landwirtschaft bei der Diversifizierung zu helfen. Das von Canaan gegründete Center for Organic Research and Extension unterstützt Landwirte beim Umstieg auf Biolandwirtschaft für eine wachsende Zahl von Produkten. Die Integration der artgerechten Haltung von Schafen auf Olivenfeldern als Teil einer „regenerativen Landwirtschaft“ gehört mit dazu.

Da das palästinensische Olivenöl mit subventioniertem Olivenöl aus EU-Ländern konkurriert, war die Ölproduktion in der Vergangenheit für die Kleinbauern und die lokale Wirtschaft wenig lukrativ. Doch jetzt erhalten Olivenbauern einen kostendeckenden Mindestpreis und eine kombinierte Bio- und Fair Trade Prämie von 25 Prozent.

Canaan hat seit seiner Gründung eine Vielzahl von Fair Trade Projekten ins Leben gerufen. Im Jahr 2015 wurden beispielsweise insgesamt mehr als 470.000 Dollar in die finanzielle Unterstützung von Schulen, Krankenhäusern oder Gemeinschaftszentren investiert. Auch die Bereitstellung von landwirtschaftlichen Gerätschaften für die Bauern, welche die Qualität und Produktivität ihrer Betriebe verbessern, ist ein wichtiger Aspekt von Canaans Engagement.

Der Ölzweig ist traditionelles Symbol des Friedens. Wir möchten in diesem Sinne handeln und beziehen daher, wenn auch zu einem geringeren Teil, Olivenöl aus Israel. Unser wichtigster israelischer Lieferant ist Sindyanna, ein Fair Trade Projekt bei Nazareth, das von israelischen Frauen gegründet wurde und heute in Zusammenarbeit mit palästinensischen Arbeitern und Bauern betrieben wird. Zusätzlich beziehen wir eine kleine Menge an Bio-Olivenöl vom israelischen Familienbetrieb Strauss.

Die Lösung des jahrzehntealten Konfliktes zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn erfordert mehr, als fairer Handel leisten kann. Doch hat unser Engagement im Westjordanland erheblich zur Motivation von zahlreichen Bauern und ihren Familien und zur Entwicklung der Region beigetragen. Vor allem hat es viele zwischenmenschliche Beziehungen zu der palästinensischen Bevölkerung geschaffen, die von der Außenwelt weitgehend abgeschlossen ist.

 

Bio Avocadoöl aus Kenia

Bio-Avocadoöl spendet Feuchtigkeit und ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Bio Lipbalms und Bodybalms.

Seit 2009 beziehen wir unser Avocadoöl aus dem Olivado- Projekt (http://www.olivado.com/) in Zentralkenia,  natürlich Fair Trade und Bio-zertifiziert. In dieser Region ist der lokale Bedarf für Avocados unbeständig und wird von vielen Kleinbauern abgedeckt. Um das Problem der unregelmäßigen Ernten zu lösen, hat Olivado begonnen, die Kleinbauern und deren Familien in nachhaltigen Anbautechniken auszubilden. In Zusammenarbeit mit Dr. Bronner´s hat sich Olivado für eine Fair for Life Zertifizierung beworben und diese auch von IMO erhalten.

Dadurch können wir den lokalen Bauern nun einen sicheren Markt und stabile Preise garantieren, was unmittelbar zur einem regelmäßigen Einkommen und einem höheren Lebensstandard für die gesamte Gemeinde führt. Olivado arbeitet derzeit mit über 1000 Bauern auf über 700 Hektar Land als Teil seines „Organic and Social Fair Trade“ Programms. Die lokale Fabrik, welche 2011 renoviert wurde, beschäftigt heute um die 30 Vollzeit- und 80 Teilzeitarbeitskräfte.   

 
 

Bio Teebaumöl aus Kenia

Das Teebaumöl für unsere Seifen beziehen wir von Kleinbauern aus Bio- und Fair Trade Projekten aus dem Vorgebirge von Mount-Kenya, nördlich von Nairobi, direkt am Äquator. In dieser Region wird hauptsächlich Viehzucht betrieben. Wer allerdings Zugang zu Wasser hat, baut ertragreiche Pflanzen im Familienbetrieb an – so genannte „cash crops“ wie Mais, Zuckererbsen, Kohl oder Kartoffeln. Da aber das Angebot und die Nachfrage für diese Produkte unberechenbar sind, bleiben die Bauern oft auf ihren leicht verderblichen Ernten sitzen.

2005 hat unser Britischer Partner Earthoil(http://www.earthoil.com/) ein Projekt gestartet, mit welchem er kleinen Bauern eine alternative Feldfrucht anbietet und sie in nachhaltiger Landwirtschaft schult. Das Projekt ist ebenfalls unter dem Fair for Life Programm zertifiziert.

Bis heute sind mehr als 500 Bauern Mitglieder der Kenya Organic Oil Farmer’s Association (KOOFA). Die von Earthoil gekauften Äste und Blätter der Teebäume werden in einer kleinen Destille zu ätherischem Öl verarbeitet. 

Da der Teebaum bisher in Kenia unbekannt ist und es keine Marktpreise gibt, erhalten die Bauern einen kalkulierten Preis, der sämtliche Produktionskosten deckt und einen Profit garantiert. Zusätzlich erhalten die Produzenten selbst eine 10 %ige Bio-Prämie. Die Fair Trade Prämie wird, wie bei Dr. Bronner’s Schwesterfirmen, in einen Fond eingezahlt. Mit diesem wird den Kindern aus den ärmsten Familien eine Gymnasialausbildung finanziert, um nur ein Beispiel zu nennen.

 

Bio Kokosnussöl aus Kenia

Unser schnell wachsender Bedarf an Kokosöl und die starke Nachfrage für unser Lebensmittelöl aus Sri Lanka machte den Aufbau weiterer Quellen für Bio- und Fair Trade Kokosöl nötig. 2012 stießen wir – mit Hilfe von Serendipity – auf ein Projekt, das von der US- Wohltätigkeitsorganisation Asante Foundation aufgebaut worden war, dem allerdings Management und Know-How fehlte. Unter der Leitung von Dr. Bronner’s Schwesterfirma SerendiKenya Co. Ltd. bauten wir das Projekt aus, sodass es heute ein relevanter Hersteller von Kokosöl ist. Inzwischen beliefern über 1400 Bauern das Projekt, das 65 Mitarbeiter in der Ölmühle bei Ukunda beschäftigt, welche wir modernisiert und ausgebaut haben. Wie in den anderen Projekten ist die Schulung von Bauern ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit.

Sie bebauen meist deutlich kleinere Flächen als in Sri Lanka und sind, wegen des schwachen einheimischen Marktes für Kokosnüsse, bisher auf oft unzuverlässige Händler aus Tansania angewiesen. Der Aufbau von langfristigen Beziehungen mit einem verlässlichen Käufer wird von ihnen sehr geschätzt. Mit den ersten Fair Trade Projekten in Kenia finanzierten wir die Belieferung von Bauern mit Kokossetzlingen, die Wasserversorgung für ein lokales Krankenhaus, und Schreibtische für die lokale Grundschule.

Aufgrund der begrenzten Nussversorgung im Projektgebiet und des für uns zu geringen Durchlaufs beschlossen wir 2015, das Projekt an einen jungen Unternehmer zu verkaufen. Dr. Bronner’s bleibt wichtigster Kunde, unterstützt das Projekt in allen Bereichen – Landwirtschaft, Produktionstechnik, Vermarktung – und hat damit zum ersten Mal ein Projekt an lokale Partner abgegeben, die es in unserem Sinne erfolgreich weiterführen.

 

Minzöl aus Indien

Minzöl ist unser wichtigstes ätherisches Öl. Es gibt unserer berühmten Pfefferminzseife ihr charakteristisches Prickeln. Nach einem heißen Tag in den Tropen – oder in Deutschland - erfrischt Nichts mehr als eine Dusche mit Pfefferminzseife.

Dr. Bronner’s benutzt eine Mischung aus den Ölen der Pfefferminze und der Ackerminze. Beide kommen seit 2004 von einem Kleinbauernprojekt in Indien, etwa 250 km östlich von Delhi. Es wurde ursprünglichen von der britischen Firma Earthoil mit einheimischem Management betrieben. Nachdem wir das Projekt unter Dr. Bronner’s Tochterfirma Serendimenthe zwei Jahre lang selbst betrieben hatten, stellten wir finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Firmenführung fest. Nach Schließung der Firma beschlossen wir, den vier begabten und motivierten Landwirtschaftsingenieuren von Serendimenthe den Aufbau einer eigenen Firma zu ermöglichen – unsere Auflage war allerdings eine volle Transparenz in Bezug auf alle Unternehmensprozesse. Das Projekt betreut inzwischen wieder fast 700 Kleinbauern bei der Umstellung auf Bioanbau. Die kleinen Felder von meist weniger als einem Hektar werden in Fruchtfolge mit bis zu drei Ernten pro Jahr betrieben. Der Lehmboden ist durch intensiven Anbau und den langjährigen Einsatz von Kunstdünger und exzessives Pflügen ausgelaugt und hat einen geringen Humusanteil.

Daher haben wir mit unseren Partnern eine Wurmkompostanlage aufgebaut, die jetzt durch eine große, aber einfache Kompostierung von landwirtschaftlichen Abfällen ersetzt wird. Die Schulung in der nachhaltigen Bewirtschaftung der Böden, der Aufbau der Humusschicht durch Kompostgaben, der Einsatz von schonender Bodenbearbeitung sowie der Anbau von Leguminosen in der Fruchtfolge sind Elemente unseres Plans, um das Projekt schrittweise auf regenerative Landwirtschaft umzustellen.

Unterdessen kann erstmals die Fair Trade Prämie ausgeschüttet werden, um gemeinschaftliche Aktivitäten zu fördern, etwa der Bau einer eigenen Kompostanlage oder die Durchführung von Gesundheitscamps, im Rahmen derer sich alle Dorfbewohner kostenfrei untersuchen und behandeln lassen können – ein Luxus im ländlichen Indien, wo Krankenversicherung und medizinische Infrastruktur den Besserverdienenden vorbehalten sind. Auch die Subventionierung von Trinkwasserbrunnen und Toiletten durch die Fair Trade Prämie trägt zur Gesundheit der Dorfbewohner bei. Zusätzlich wurden Setzlinge verschiedener Obstbaumsorten an die Bauern verteilt. Dies erhöht zum einen die Diversität auf den Feldern, verbessert die Bodenfruchtbarkeit und bietet den Bauern ein zusätzliches Einkommen und eine Nahrungsgrundlage für ihre Familien.

 
 

Bio-Alkohol aus Ecuador

Unser Bio-Alkohol im Hand-Hygienespray und unseren Lotionen wird durch die Vergärung von Rohrzucker hergestellt und von Kleinbauern an den Westhängen der Anden in Ecuador auf traditionelle Weise und in Permakultur produziert. Seit 2003 unterstützt die Rural Forestation & Progress Network Corporation die Bauern mit Schulungen und der entsprechenden Technik, damit Biolandbau und der richtige Umgang mit der Umwelt gewährleistet werden.

Diese beiden Institutionen waren auch an dem Zusammenschluss kleinerer Genossenschaften zum Sweet Organic Agri-Artisanal Consortium (oder CADO in Spanisch) beteiligt. CADO zahlt seinen Mitgliedern einen fairen Preis für den Bio-Alkohol und beteiligt sich an der Fair Trade Prämie. Dr. Bronner’s hat CADO bei seiner Fair Trade Zertifizierung unterstützt und damit die Möglichkeit geschaffen, ihren Kundenstamm bis hin zu den westlichen Ländern auszubreiten. Eines der ersten von Dr. Bronner’s finanzierten Fair Trade Projekte war der Neubau einer Brücke, welche die Bauern benötigen, um ihr Zuckerrohr mit Eseln zu einer der lokalen Destillen zu bringen.

 
 

Bio Palmkernöl aus Ecuador

Da wir derzeit noch nicht genügend fair gehandeltes Kokosöl für Kosmetikzwecke produzieren können und es nicht kommerziell verfügbar ist, ersetzen wir es teilweise durch Fair Trade und Bio-Palmkernöl. Seine Fettsäurezusammensetzung ist dem des Kokosöls sehr ähnlich sofern das Palmöl unter nachhaltigen und fairen Bedingungen produziert wird.

Wir beziehen unser Palmkernöl von unserem Partner Natural Habitats, der in Ecuador eine Palmverarbeitung betreibt und seine Palmfrüchte von regionalen Kleinbauern bezieht. Wie in Ghana gibt es hier keine Rodung von Primärwald und keine großen Monokulturen. Stattdessen arbeiten viele Farmen mit Mischkulturen und bauen beispielsweise auch Kakao an.

Das Projekt ist Fair for Life zertifiziert und unterstützt den nachhaltigen und profitablen Anbau von Ölpalmen. Außerdem wissen wir: die Arbeitsbedingungen und der Gemeinschaftsgeist in der Ölmühle sind vorbildlich.

Auch bei Natural Habitats werden zahlreiche Projekte durch die Zahlung einer Fair Trade Prämie finanziert. So werden Krankenhäuser gebaut und ausgestattet, die lokale Infrastruktur durch den Bau von Brücken und Wasserleitungen verbessert oder Sportprogramme für Dorfkinder ins Leben gerufen. Auch Schulen und Jugendgruppen werden finanziell unterstützt.

 

Industriehanf: Eine nachhaltige Alternative

Seit den späten Neunziger Jahren hat sich Dr. Bronner’s für den Einsatz von Nutzhanf als Rohstoff für die Industrie und die Lebensmittelproduktion eingesetzt. Während der Nutzhanfanbau seit 1996 in Deutschland und inzwischen fast in der ganzen EU erlaubt ist, bleibt er unter Bundesgesetz in den USA weiterhin verboten. Dieses Gesetz unterscheidet nicht zwischen psychoaktivem Marijuana und Nutzhanf – schwer verständlich, da dies in der EU keine Schwierigkeiten bereitet.

Die Hanfpflanze ist ein vielseitiger Lieferant von Bastfasern für Verbundwerkstoffe und Wärmedämmungsstoffe, als Kalk-Hanf-Baustoff, in der Pferdeeinstreu und zunehmend von Samen und Öl für Lebensmittel, Tierfutter und Kosmetika. Sein Anbau in Fruchtfolge kann bei der Regenerierung von Böden helfen, welche im Zuge der vorherrschenden industriellen Landwirtschaft mit Monokulturen und dem Einsatz von Agrochemikalien in den letzten Jahrzehnten maßgeblich zerstört wurden und darüber hinaus eine der wichtigsten Quellen von Treibhausgasen ist. Somit bietet der Anbau von Nutzhanf Mittelstandsbetrieben eine Möglichkeit innovative Werkstoffe und nährstoffreiche Lebensmittel für einen zunehmend umwelt- und gesundheitsbewussten Markt zu produzieren.

Der langsame Stimmungsumschwung in den USA und die Legalisierung des Hanfanbaues in mehreren US-Bundesstaaten ist von Dr. Bronner’s in Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Firmen mitgetragen worden. Der von uns koordinierte Sieg vor einem Bundesgericht über die US-Drogenbehörde DEA, die 2001 versuchte, den Einsatz von Hanf in Lebensmitteln zu verbieten, ist hierbei nur ein Beispiel. Dr. Bronner's ist zudem Initiator der im Mai 2010 lancierten „Hemp History Week“. Diese gemeinschaftliche Marketingkampagne aller relevanten US-Hanffirmen hat, durch alljährliche Gemeinschaftsaktionen mit dem Einzelhandel, viel getan, um dem Hanf die verdiente Aufmerksamkeit im amerikanischen Mainstream zu geben.

Dr. Bronner’s bezieht das Hanföl, das wir in unseren Produkten einsetzen, aus einer Bio-Produktion in Kanada. Eine wichtige Quelle ist die Genossenschaft Farmer Direct, ein Pionier des „einheimischen oder Nord-Nord fairen Handels“ und seiner Zertifizierung unter dem Fair Deal Programm.