Bio Kokosöl aus Sri Lanka

Kokosöl ist der wichtigste Bestandteil unserer Seifen. Es verleiht ihnen den samtigen Schaum. Als wir 2005 den Umstieg auf Rohstoffe aus Bioproduktion und fairem Handel beschlossen haben, war es selbstverständlich, dass das Kokosöl Priorität hatte. Allerdings gab es damals kein faires Kokosöl auf dem Markt. Frei nach einem unserer Leitsprüche „If you change nothing, nothing will change“ hat Dr. Bronner’s die Produktion selbst in die Hand genommen und das Serendipol Projekt in Sri Lanka aus der Taufe gehoben. Der Name des Projektes kombiniert den alten arabischen Namen für Sri Lanka – „Serendib“ – mit dem singhalesischen Wort für Kokosnuss – „pol“. Serendipity bedeutet aber auch „glücklicher Zufall“ und der hat uns bei allen unseren Projekten geholfen. Unterdessen ist Serendipol die weltweit führende Quelle für zertifiziertes Bio- und Fair Trade Virgin Coconut Oil (VCO). Sie liefert Dr. Bronner’s einen Teil des Kokosölbedarfs für die Seifen und, seit 2011, auch VCO (Virgin Coconut Oil) für Dr. Bronner’s Food-Bereich. Außerdem versorgen wir auch andere sozial verantwortlich handelnde Unternehmen in den USA und der EU, wie z.B. die deutsche Firma Rapunzel mit Kokosöl.

Wir halten das für eine reife Leistung, wenn man bedenkt, dass alles im Jahr 2007 mit der Übernahme einer heruntergekommenen Kokosnussmühle, mitten im „Coconut Triangle“, begann. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern Sonali Pandithasekera, Gordon de Silva und deutschen Freunden sanierten wir den Betrieb und erweiterten ihn um eine Kokosnussaufbereitungsanlage.

Parallel dazu begannen Serendipols Landwirtschaftsingenieure mit der Schulung umliegender Familienfarmen im Bioanbau. Diese Farmen haben eine typische Größe von 5-10 Hektar. Inzwischen beliefern uns mehr als 1.200 Biobauern mit einer Gesamtanbaufläche von fast 10.000 Hektar. Wir lernten schnell, dass viele Bauern aufgrund niedriger Nusspreise ihre Böden vernachlässigt hatten. Also initiierte Serendipol ein Programm zur Bodenwartung: unsere eigene Kompostierungsanlage, mithilfe der deutschen GIZ aufgebaut, liefert seit 2011 Biokompost und unsere Mitarbeiter schulen die Bauern im Einsatz von Mulchen, dem Anbau von Zwischenfrüchten, biologischen Methoden zur Schädlingsbekämpfung und artgerechter Tierhaltung. Diese Maßnahmen erhöhen schrittweise den Kokosnussertrag um etwa 30-50%. Nach anfänglicher Skepsis bei den Bauern war es jedoch nicht nur der höhere Ertrag durch den Bioanbau, sondern auch die fairen Nusspreise, prompte Bezahlungen, verlässliche Beziehungen, Schulungen im Biolandbau, der Aufbau von langfristigen Beziehungen und nicht zuletzt die Fair Trade Prämie, die unsere Vertragsbauern überzeugten.

 

Kokosnussölproduktion – fair und nachhaltig

Mit inzwischen über 250 Mitarbeitern ist Serendipol schnell zum größten landwirtschaftlichen Arbeitgeber in der Umgebung avanciert. Die meisten unserer Mitarbeiter leben in einem Umkreis von drei Kilometern von der Fabrik entfernt. Ihr Einkommen liegt deutlich über den gesetzlichen Mindestlöhnen und die Arbeitsbedingungen sind vorbildlich. Uns ist ein vitaler Dialog der Mitarbeiter mit dem Management wichtig, der allen die Möglichkeit gibt, sich konstruktiv in das Betriebsgeschehen einzubinden. Dies schafft eine Arbeitsatmosphäre, die Arbeiter und Fachleute aus der Umgebung anzieht.

Unsere Anlage ermöglicht eine vollständige Verwertung aller Prozessnebenprodukte und Abfälle: die Schalen werden für die Herstellung von Kokosfaser und -torf verkauft, die Kokosnussschalen werden z.T. für die Dampferzeugung in unserer Produktion eingesetzt, der Überschuss wird an Produzenten von Holzkohle und Aktivkohle verkauft. Der Kokospresskuchen ist in Futtermischungen für Geflügel beliebt, und das Kokoswasser wird z.T. in der Getränkeherstellung und, nach Behandlung, zur Bewässerung und Grundwasserneubildung eingesetzt. Interessanterweise waren die Märkte für die vollständige Verarbeitung unseres Rohstoffs bereits gut etabliert, bevor wir mit unserer Arbeit begannen. Wir mussten den Verkauf der Nebenprodukte nur noch organisieren. Die vollständige Nutzung aller Nebenprodukte ist der Traum einer ökologisch wirtschaftenden Firma – und für uns ein Grund, warum wir Sri Lanka als Standort ausgewählt haben.